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Tabuthema vorzeitiger Samenerguss

Der vorzeitige Samenerguss ist die häufigste sexuelle Störung bei Männern eines jeden Alters und damit noch wesentlich häufiger als eine Erektionsstörung. Ungefähr 25 bis 40 Prozent der Männer sind von dieser Störung betroffen.

Die Zeit bis zum Orgasmus und dem Samenerguss wird im Allgemeinen überschätzt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Männer ihren Samenerguss drei Minuten nach Eindringen in die Scheide haben.

Eine einhellige Definition was ein vorzeitiger Samenerguss ist, gibt es nicht. Man spricht von einer Störung, wenn der Samenerguss innerhalb von zwei Minuten nach Eindringen in die Scheide stattfindet oder bereits vorher. Das wichtigere Kriterium zur Beurteilung der Vorzeitigkeit ist allerdings, dass die Partner den Samenerguss als zu früh empfinden und das die Beziehung dadurch belastet wird.

Entscheidend ist, dass der Mann den Zeitpunkt des Orgasmus nicht kontrollieren kann.

Da ein vorzeitiger Samenerguss jeden Mann mindestens einmal im Leben trifft, spricht man erst von einer behandlungsbedürftigen Störung, wenn sie mindestens sechs Monate besteht.

Für Männer ist der vorzeitige Samenerguss belastend, so dass das Selbstwertgefühl stark zu leiden beginnt und der Mann eine große Versagensangst entwickelt, die  oftmals dazu führt, dass er die Intimität mit der Partnerin zu meiden beginnt. Manchmal tritt dann auch noch, auf Grund der Angst zu versagen, eine Erektionsstörung auf.

Allerdings besteht eine große Diskrepanz zwischen der Anzahl der betroffenen Männer und denen, die Hilfe beim Arzt suchen. Oftmals haben Paare auch einen Weg gefunden, um mit dieser Störung umzugehen und bei einigen Paaren empfindet die Frau auch den vorzeitigen Samenerguss als angenehm, da sie kein sexuelles Interesse hat.

Der erste Weg zur Therapie ist das offene Gespräch mit der Partnerin, denn es kann durch aus sein, dass sie mit der Situation überhaupt nicht unzufrieden ist.

Stellt sich heraus, dass es für die Partnerin nicht befriedigend ist oder der Mann leidet unter dem vorzeitigen Samenerguss, dann kann zum Beispiel die Stopp und Start Methode der bekannten Sexualtherapeuten Masters und Johnson Anwendung finden, bei der eine Stimulation des Penis durch den Mann oder seine Partnerin erfolgt, die kurz vor dem Samenerguss abgebrochen wird. Die Stimulation sollte vier Mal erfolgen bevor der eigentliche Geschlechtsverkehr stattfindet und mit dem Samenerguss abschließt.

Sollte die Paartherapie nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, können Medikamente zum Einsatz kommen. Hier stehen zum einen lokale Medikamente oder zum anderen Tabletten zur Verfügung.

Die lokalen Medikamente enthalten in unterschiedlichen Konzentrationen lokale Betäubungsmittel die entweder als Spray oder Salbe erhältlich sind und zwischen 8 und 21 € kosten.

Die Wirkung der Präparate tritt ungefähr nach 20 Minuten ein und die Verzögerung bis zum Orgasmus beträgt bis zu acht Minuten. Nachteil dieser Mittel ist, wenn man die Reste der Salbe oder Substanzen nicht vor dem Geschlechtsverkehr abwäscht, dass die Genitalien der Partnerin auch betäubt werden können.

Inzwischen gibt es auch Kondome, die innen mit einer betäubenden Schicht überzogen sind, wie zum Beispiel bei dem Kondom Durex Performa. Aber auch unbeschichtete Kondome können schon zu einer Dämpfung der Reize führen.

Schon seit längerer Zeit wurden auch Tabletten eingesetzt, die eine andere Zulassung hatten, von denen man aber wusste, dass sie als Nebenwirkung eine Minderung des Lustgefühls und der Erregbarkeit hatten. Diese Medikamente hatten den Nachteil, dass sie sehr lange im Körper verblieben.

Seit kurzer Zeit steht ein Medikament (ca. 13€/Tablette) zur Verfügung, mit einer kurzen Verweildauer im Körper, mit der Zulassung zur Behandlung des vorzeitigen Samenergusses.

Mit diesem Medikament wird der Samenerguss drei bis vier Mal so lang heraus gezögert.

In Studienzentren sind darüber hinaus weitere Medikamente in der Zulassungsphase.

Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten zur Behandlung des vorzeitigen Samenergusses. Wichtig ist das Gespräch mit dem Arzt, um die richtige Therapie zu finden.

Autor: Prof. (MEX) Dr. med. (I) Berthold Schneider
Erschienen in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung